
Emily Preuß hat 2025 bei uns ein Praktikum absolviert und wir freuen uns sehr, dass sie uns einen Erfahrungsbericht dazu geschrieben hat. Für beide Seiten ist das Praktikum sehr bereichernd gewesen und wir freuen uns auch, dass Emily uns weiterhin im Mädchentreff erhalten bleibt.
Praktikumserfahrung von Emily Preuß (2025)
Ich bin Emily Preuß und 21 Jahre alt. Ich absolvierte im Rahmen meines Studiums der Sozialen Arbeit an der Universität Vechta ein zehnwöchiges Praktikum im Frauen- und Kinderschutzhaus. Bereits im Vorfeld war ich sehr gespannt auf diese Zeit, da mich das Themenfeld häusliche Gewalt schon lange interessiert. Mir war bewusst, dass diese Arbeit auch emotional herausfordernd sein kann, umso mehr hat mich das Praktikum in seiner Vielschichtigkeit beeindruckt und meine Erwartungen deutlich übertroffen.
Von Beginn an wurde mir von den Mitarbeiterinnen großes Vertrauen entgegengebracht. Ich durfte aktiv am Arbeitsalltag teilnehmen, bei vielen Aufgaben mitwirken und mich eigenständig einbringen. Die Atmosphäre im Team war von Offenheit geprägt, sodass ich mich jederzeit mit Fragen oder Unsicherheiten an die Mitarbeiterinnen wenden konnte. Dieses vertrauensvolle Miteinander trug maßgeblich dazu bei, dass ich mich schnell gut aufgehoben fühlte.
Ein wesentlicher Teil meines Praktikums bestand aus unterstützenden Tätigkeiten im Büro. Dabei half ich unter anderem beim Ausfüllen verschiedener Anträge, beim Schreiben von Bewerbungen sowie beim Verfassen von Protokollen während der wöchentlichen Teamsitzungen. Darüber hinaus durfte ich Frauen zu wichtigen Terminen begleiten. Besonders bewegend war für mich die Begleitung einer Frau zu einer Wohnungsbesichtigung und später auch zur anschließenden Schlüsselübergabe, da ich miterleben durfte, wie für sie ein neuer Lebensabschnitt begann.
Die Arbeit mit den Kindern war ebenfalls ein Bestandteil meines Arbeitsalltags und stellte für mich einen besonders schönen Teil meines Praktikums dar. Während der Termine ihrer Mütter betreute ich die Kinder, indem ich mit ihnen spielte, bastelte und Zeit verbrachte. Auch die Frauen und Kinder brachten mir viel Vertrauen entgegen, wofür ich sehr dankbar bin. Dadurch konnte ich eigenständig handeln und eine unterstützende Rolle einnehmen.
Sehr bereichernd empfand ich außerdem die wöchentliche Teilnahme am Mädchentreff. Dort konnten sich die Mädchen offen austauschen und wir gestalteten gemeinsam verschiedene Angebote, wie Back- und Bastelaktionen oder eine Talentshow. Diese gemeinsamen Aktivitäten machten nicht nur viel Freude, sondern ermöglichten es auch, sich besser kennenzulernen und eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Umso mehr freue ich mich darüber, den Mädchentreff auch weiterhin begleiten und unterstützen zu dürfen.
Während meines Praktikums durfte ich zudem an einem Workshop zum Thema Gewalt in Teenager-Beziehungen teilnehmen. Dabei wurde mir noch einmal besonders bewusst, wie wichtig präventive Arbeit und frühzeitige Aufklärung sind, um junge Menschen für unterschiedliche Formen von Gewalt zu sensibilisieren und sie in ihrer persönlichen Grenzsetzung zu stärken. Ein besonderes Highlight meines Praktikums war die Veranstaltung „Picknick im Park“ anlässlich des Gewaltschutzgesetzes. An diesem Tag war ich vor allem für das Kinderschminken zuständig. Es war schön zu sehen, wie viel Freude dies den Frauen und Kindern bereitete und wie sehr Gemeinschaft und Zusammenhalt im Vordergrund standen.
Während meines Praktikums durfte ich viele starke und beeindruckende Frauen und Kinder kennenlernen. Ihre Offenheit und das Vertrauen, das sie mir entgegenbrachten, haben mich sehr berührt. Ich habe nicht nur wertvolle Praxiserfahrungen für mein Studium gesammelt, sondern mich auch persönlich weiterentwickelt.
Abschließend bin ich sehr dankbar für diese Zeit. Ich danke den Frauen und Kindern für ihr Vertrauen sowie den Mitarbeiterinnen für die herzliche Begleitung und Unterstützung. Diese Erfahrung hat mich nachhaltig geprägt und mich darin bestärkt, meinen weiteren Weg in der Sozialen Arbeit zu gehen.