Mein
Praktikum im Frauen- und Kinderschutzhaus Diepholz von Franziska Sablotny
Ich
heiße Franziska Sablotny und studiere Soziale Arbeit
an der Universität in Vechta. Im Rahmen meines Studiums
muss ich ein 10-wöchiges Grundpraktikum machen, das ich
nach dem 4. Semester ab dem 2. August 2011 im Frauen- und
Kinderschutzhaus in Diepholz absolviert habe.
Nach längerem Überlegen habe ich mich für
diese Einrichtung entschieden, da mich besonders die Kombination
aus der Arbeit mit den Frauen und der Arbeit mit den Kindern
interessiert hat. Im Vorfeld war ich sehr aufgeregt und habe
mir viele Gedanken gemacht, ob ich mit der Arbeit in einem
Frauenhaus zurecht kommen würde und mit den Schicksalen
der einzelnen Frauen umgehen könnte.
Am ersten Tag wurde ich von den Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen
freundlich aufgenommen und mir wurde viel Zeit eingeräumt,
die Räumlichkeiten kennen zu lernen und mich mit allen
Personen bekannt zu machen. Nach einer Eingewöhnungsphase
durfte ich viele Aufgaben selbstständig erledigen und
andere unter Anleitung ausführen. Dazu gehörte die
Begleitung der Frauen zu verschiedenen Terminen, wie z.B.
zum Arzt und zu verschiedenen Ämtern, wie z.B. zum Einwohnermeldeamt
und zum Jugendamt. Außerdem unterstützte ich die
Bewohnerinnen bei alltäglichen Sachen, wie z.B. beim
Einkaufen, beim Ausfüllen von Anträgen, beim Schreiben
von Bewerbungen oder bei der Wohnungssuche. Auch Post- und
Bankgänge, das Erledigen von Einkäufen für
das Haus und hauswirtschaftliche Arbeiten, wie Wäsche
waschen und Zimmer vorbereiten, gehörte zu meinen Aufgaben.
Auch die Betreuung der Kinder aus unterschiedlichen Altersstufen
habe ich oft und gerne übernommen, da dadurch die Mütter
entlastet wurden und sie so auch mal in Ruhe Dinge erledigen
konnten.
Einen Einblick bekam ich auch in die Arbeit der BISS und
in die Arbeit der Beratungsstelle für Frauen und Mädchen
in Diepholz. Außerdem konnte ich zweimal bei der Online-Beratung
teilnehmen. So erfuhr ich, was in diesen Bereichen für
Tätigkeiten anfallen und was bei der Arbeit wichtig ist.
Zudem hatte ich die Möglichkeit mit dem Praktikanten
des Landkreises, der bei dem Projekt „Bürgermut
tut allen gut“ mitgearbeitet hat, zusammen zu arbeiten
und für dieses Projekt Aufgaben zu erledigen. Dadurch
kam ich auch mit dem Bürgermut-Projekt in Kontakt, lernte
das Mobile Beratungsteam kennen und konnte an einem Treffen
teilnehmen.
Besonders schön war, dass ich gleich in der ersten Woche
bei der Ehemaligenfahrt nach Bremerhaven mitfahren durfte.
So hatte ich die Möglichkeit, auch ehemalige Bewohnerinnen
und ihre Kinder kennen zu lernen und mich mit ihnen auszutauschen.
Insgesamt hat mir mein Praktikum sehr
gut gefallen, da ich von den Mitarbeiterinnen in alle Tätigkeiten,
die in so einer Einrichtung anfallen, eingebunden wurde. So
habe ich einen guten und umfangreichen Einblick in die Arbeit
in einem Frauenhaus bekommen.
Mein
Praktikum im Frauen- und Kinderschutzhaus Diepholz von Katharina Wilms
Mein
Name ist Katharina Wilms und ich studiere im 5. Semester Bachelor
Soziale Arbeit an der Hochschule Vechta. Den Entschluss, mein
10-wöchiges Praktikum in dem Frauen- und Kinderschutzhaus
zu absolvieren, entstand nach längerer Überlegung
was mich für meine berufliche Zukunft reizen könnte
und wo ich mich persönlich weiter entwickeln möchte.
Ich habe zuvor hauptsächlich mit Kindern und Jugendlichen
gearbeitet und es hat mich gereizt einen Blick in die Arbeit
mit Erwachsenen zu bekommen. Dazu kam der Vorteil, dass ich
auch die Arbeitsform in der Beratung besser kennen lernen
könnte.
Nach einem kurzen Vorstellen bei Doris Wieferich wartete
ich auf eine Zusage, die ich dann zu meiner Freude bekam.
Als der erste Arbeitstag begann, legte sich meine Aufregung
gleich durch den freundlichen Empfang. Ich lernte das gesamte
Haus kennen und die Frauen und Kinder, welche zur Zeit im
Haus lebten. Von allen fühlte ich mich gleich offen aufgenommen
und kam schnell ins Gespräch mit ihnen.
Während des Praktikums wurde ich in alle anfallenden
Tätigkeiten einbezogen. Ich begleitete die Frauen bei
Erledigungen, zum Gericht oder zu Arztterminen und was noch
so anfiel. Mir wurde die Möglichkeit geboten an Erstgesprächen,
Auszugsgesprächen, Teamgesprächen teilzunehmen und
in der Beratungsstelle für Frauen und Mädchen bei
Beratungen zuzuhören.
Durch die Teilnahme an verschiedenen Arbeitskreisen wurde
mir sichtbar gemacht, wie wichtig die Kooperation und der
Austausch mit anderen Institutionen sein kann. Ich lernte
den Ablauf kennen, wenn Frauen im Haus aufgenommen wurden
und half z.B. die Zimmer vorzubereiten. Was ich immer als
sehr positiv empfand, war das Wissen, mich immer an jede der
Kolleginnen wenden zu können.
Für mich interessant war vor allem der Einblick in die
Verwaltungstätigkeiten, worin Gisela, die gute Seele
im FH, mich stets einbezog und mir viele Dinge zeigte. So
bereitete ich die Telefonabrechnungen und Waschmarkenabrechnungen
der Frauen vor, füllte Überweisungen aus, fertigte
Notpläne an, usw. Dazu gehörten auch die Bank- und
Postgänge.
Mit der Zeit im Praktikum wurde mir immer deutlicher, wie
breit das Arbeitsfeld im Frauen- und Kinderschutzhaus ist.
Es benötigt eine Zusammenarbeit mit den verschiedenen
Behörden und Institutionen. Noch mehr beeindruckte mich
die ständige Flexibilität, welche den Kolleginnen
im Frauenhaus abverlangt wird. Kein Tag im Frauenhaus ist
wie der Andere. Von einem Tag auf den Anderen kann eine Frau
ins Haus dazu stoßen oder andererseits, dass Haus verlassen.
Damit verbunden ist auch die individuelle Betrachtung jeder
Frau und der mit ihr verbundene Weg, sie zu unterstützen
für sich selbst eine Entscheidung für ihr weiteres
Leben zu finden! Es gibt keinen festen Plan, wie das Leben
zu verlaufen hat.
Die Arbeit im Frauenhaus lässt einen offener
werden – offener gegenüber Kulturen und Religionen,
gegenüber Lebensweisen. Und ich kann nur sagen, dass
es mich neugierig gemacht hat, mich mehr damit auseinander
zusetzten.
Die Frauen und Kinder im Haus werden aufgefangen und ihnen
wird Ruhe geboten um Kraft zu tanken. Sie kommen aus unterschiedlichen
Lebensräumen mit ihrer eigenen Geschichte und haben schon
viel Kraft eingesetzt, in dem sie den Schritt gewagt haben
ihre Situation zu verändern, in dem sie die Hilfe des
Frauenhauses angenommen haben.
Dies bedeutet aber auch, dass sie sich mit ihrem eigenen
Leben auseinander setzen müssen, unabhängig werden,
um zu überlegen wie sie ihr Leben in Zukunft gestalten
wollen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kolleginnen
im Frauenhaus immer als Ansprechpartner zur Stelle sind und
den Frauen mit Ruhe begegnen und ihnen dabei helfen. Es ist
ein Haus, in dem Wertschätzung erfahren wird – ein Platz
an dem sich die Frauen und Kinder ernst genommen fühlen
können.
Da während meinem Praktikum viele Kinder im
FH gelebt haben, konnte ich einen guten Einblick in die Arbeit
des Kinderbereich bekommen. Mir wurde der Stellenwert dieser
Arbeit sehr bewusst, da die Kinder genauso die Aufmerksamkeit
und einen vertrauensvollen Ansprechpartner benötigen,
wie die Mütter. Für sie bedeutet das Leben dort
ebenso eine große Veränderung, mit der sie lernen
müssen, umzugehen.
Wenn ich an die Zeit meines Praktikums zurück denke, kann
ich sagen, dass ich sehr viele Eindrücke und Erfahrungen
mitgenommen habe, die mich beruflich wie auch persönlich
weitergebracht haben. Ich empfand die Arbeit als sehr positiv
und kann mir vorstellen, später in dem Bereich zu arbeiten.
Manchmal muss man lernen von seinen Vorstellungen los zulassen
und versuchen durch die Augen eines anderen zu schauen. Ich
möchte mich bei den Frauen und Kindern bedanken, dass ich
sie für eine Zeit begleiten durfte und so offen empfangen
wurde. Dasselbe gilt natürlich auch für meine Kolleginnen,
die mich unterstützt haben, mein Praktikum als positive
und effektive Zeit für mein Studium zu erleben. Danke!
Acht
Wochen Praktikum im Frauen- und Kinderschutzhaus von Nina Brückner
Das
Vorgespräch mit Doris Wieferich, der Leiterin des Frauen-
und Kinderschutzhauses Diepholz, war gut verlaufen. Ich habe
mich wahnsinnig gefreut. Ich brauchte noch acht Wochen Praktikum
für mein Studium der Sozialen Arbeit, welches ich im
6. Semester an der Fachhochschule in Hildesheim absolviere.
Aber viel erfreulicher war für mich, dass sich durch
das Praktikum für mich die Chance ergab, ein mir unbekanntes
Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit kennen zu lernen. Über
das, was mich bei der Arbeit erwarten würde, hat Doris
mich im Vorgespräch informiert und ich war gespannt darauf,
mich dieser Herausforderung zu stellen.
Das Team des Frauen und Kinderschutzhauses Diepholz hat mich
gleich am ersten Tag freundlich aufgenommen. Mir wurde Zeit
eingeräumt, mich mit den Räumlichkeiten und den
anwesenden Frauen und Kindern vertraut zu machen. Nach der
Eingewöhnungsphase durfte ich unter Anleitung und teilweise
auch selbstständig Aufgaben übernehmen. Dazu gehörten
formale Hilfestellungen, wie das Ausfüllen von Harz IV
Anträgen, Begleitung zum Rechtsanwalt, zum Gericht, zur
Agentur für Arbeit, etc. und Gesprächen mit den
Frauen, sowie das Betreuen der Kinder mit altersgerechten
Spielangeboten.
Während der ganzen Zeit standen mir die
Mitarbeiterinnen immer für Rückfragen und Gespräche
zur Verfügung. Dies war für mich gerade im Bezug
auf den Umgang mit den Schicksalen der unterschiedlichen Frauen
sehr wichtig und hilfreich.
Die Mitarbeiterinnen waren mir immer eine wichtige Hilfe
und Stütze bei den mir zugetrauten Tätigkeiten.
Ich hatte immer das Gefühl, dass mir hierbei viel
Vertrauen entegegengebracht wurde, wofür ich sehr dankbar
bin.
Zusätzlich zu den Tätigkeiten im Frauenhaus
hat Doris mir die Möglichkeit gegeben, auch an Treffen
des PSAK und der Frauenhäuser teilzunehmen. Dadurch habe
ich Einblicke in die Vernetzungsarbeit bekommen. Das war jeweils
sehr interessant und hat mir abermals gezeigt, wie vielseitig
die Arbeit im Frauenhaus auch nach außen hin ist.
Das Frauen- und Kinderschutzhaus arbeitet eng mit der Beratungs-
und Interventionsstelle, sowie der Beratungsstelle für
Frauen und Mädchen in Diepholz und Syke zusammen. Dies
hat mir ermöglicht, auch in den Bereichen Einblicke in
diese Arbeit zu bekommen.
Krönender Abschluss meines Praktikums war der 8. März:
Der Weltfrauentag! Zu diesem Anlass fand im Schutzhaus ein
Brunch statt. Hierzu kamen ehemalige Bewohnerinnen zu Besuch.
In geselliger Runde gab es die Möglichkeit zu Gesprächen
und Erfahrungsaustausch.
Das Praktikum im Frauen und Kinderschutzhaus
hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe mich in
dem Team sehr wohl gefühlt. Auch fachlich und persönlich
habe ich viele Erfahrungen und Eindrücke sammeln können.
Abschließend möchte ich dafür noch einmal
„danke“ an das gesamte Team sagen.
Eure Nina
Mein
Praktikum im Frauenhaus von Ivonne Egbert
Hallo!
Mein Name ist Ivonne Egbert und ich studiere im 5. Semester
Soziale Arbeit an der Hochschule Vechta.
Im Rahmen meines Studiums habe ich ein 10-wöchiges Praktikum
im Frauen- und Kinderschutzhaus Diepholz absolviert.
Ich habe mich dazu entschieden mein Praktikum im Frauenhaus
durchzuführen, nachdem ich im Internet auf das Schutzhaus
gestoßen bin. Die fachliche Arbeit wird dort interessant
geschildert und durch ein kurzes Vorstellungsgespräch
mit Doris Wieferich wurde meine Entscheidung weiter verstärkt.
Mein erster Arbeitstag begann mit dem kennen
lernen der Mitarbeiterinnen, der Frauen und ihrer Kinder.
Ich hatte die Möglichkeit, ganz in Ruhe anzukommen und
mir ein Bild von der Arbeit zu machen. In den ersten beiden
Wochen wurde ich noch von einer gerade tätigen Praktikantin
unterstützt.
Der Schwerpunkt meines Praktikums lag in der Arbeit mit den
Frauen. Ich selbst war mir nicht ganz sicher, ob ich mit der
Arbeit und den einzelnen Schicksalen zu Recht kommen würde.
Allerdings wurde ich mit jedem Tag im Haus sicherer im Umgang
mit den Frauen. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Frauen
mir gegenüber geöffnet haben und so eine vertrauensvolle
Grundlage für die Zusammenarbeit geschaffen wurde. Vor
allem diese Tatsache hat mir das Gefühl gegeben, dass
meine Entscheidung im FKSH mein Praktikum abzuleisten richtig
war.
Ich hatte auch die Möglichkeit in der Beratungsstelle
für Frauen und Mädchen in Syke einige Eindrücke
zu sammeln. Dort habe ich mit Monika Osterhues - Wilmes Einzelberatungsgespräche
und ein Treffen der Frauengruppe begleitet.
Auch das Bearbeiten von Anträgen und Formularen gehörte
zu meinem Arbeitsbereich. Hier habe ich z.B. behördliche
Formulare (u.a. ALG II Antrag) gemeinsam mit den Frauen ausgefüllt.
Durch die Mitarbeiterin Gisela Bokelmann habe ich auch den
Bereich der Verwaltung im Haus kennen gelernt! Sie hat mir
einen Einblick in die Arbeit gegeben! Zusammen haben wir u.a.
Rechnungen geschrieben und Abrechnungen für die Frauen
in Form von Telefonabrechnungen bearbeitet.
Von den Mitarbeiterinnen kann ich nur sagen, dass mir sehr
viel Vertrauen entgegengebracht wurde. Ich habe immer das
Gefühl gehabt ein Teil dieses Teams zu sein! DANKE an
euch alle!
Abschließend kann ich noch einmal betonen,
wie gut mir das Praktikum im Schutzhaus gefallen hat. Ich
habe in so viele verschiedene Bereiche reinschauen können.
Ich nehme aus diesem Praktikum einiges mit und bin allen Mitarbeiterinnen
f ür ihre Unterstützung dankbar.
Mein
Eindruck über mein Praktikum im Frauenhaus von Tsering Chungdha Gurung
Es
reicht nicht Ideen zu haben, viel wichtiger ist es, diese
Ideen entgegen aller Widerstände umzusetzen. Meine Zeit
als Praktikantin im Frauenhaus lehrte mich, dass das richtige
Leben viel differenzierter ist als unsere Studieninhalte.
Wenn Frauen in das Frauenhaus kommen, sind Sie erschöpft
und durch die neue Situation stark gefordert.
Ich selbst hatte Zweifel, wie die Frauen mit der Situation
fertig werden können. Nach sechs Wochen Praktikum war
ich positiv überrascht, wie stark die Frauen in dieser
kurzen Zeit Ihre Situation zum Besseren geändert haben.
Angenehm überrascht war ich, als ich aus nächster
Nähe sehen konnte, wie sehr die Unterstützung durch
die Mitarbeiterinnen einer betroffenen Frau helfen konnten,
den Blick von ihrem Alltag auf ihre und die Zukunft ihrer
Kinder zu lenken. Die Frau machte enorme Fortschritte in sehr
kurzer Zeit und fasste Mut und Hoffnung für ihr neues
Leben.
Wesentlich dafür ist das Fördern der Hilfe zur Selbsthilfe
und damit verbunden der Aufbau des Selbstwertgefühls
der betroffenen Frauen. Die Mitarbeiterinnen halfen den Frauen
so viel wie nötig war, sie forderten die Frauen aber
auch, damit sie selbstständig Dinge in die Hand nehmen.
Die Frauen werden durch diese Art der Hilfe gestärkt
und wachsen über sich hinaus.
Die Kinder der Frauen die in das Frauenhaus
kamen, waren mindestens genauso hilfebedürftig wie deren
Mütter.
Die Mitarbeiterinnen leisteten pädagogische Hilfe und
halfen den Müttern im Umgang mit ihren Kindern. Sie brachten
Struktur in die Erziehung der Kinder, so dass man Fortschritte
in deren Verhalten in kurzer Zeit sehen konnte. Somit wurde
der Alltag der betroffenen Frauen erleichtert, und sie hatten
den Freiraum sich über ihren weiteren Weg klar zu werden.
Beeindruckt war ich von den Besonderheiten dieses Frauenhauses,
zum Beispiel erhielten die Frauen nach einer Woche Aufenthalt
im Haus die Schlüssel für das Haus und hatten dadurch
die Freiheit zu kommen und zu gehen wann sie wollten. Auch
konnten die Frauen nach vorheriger Absprache Besuch im Haus
empfangen. Die Mitarbeiterinnen hatten aber immer noch den
Überblick wem sie vertrauen konnten, damit diese Freiheit
nicht zum Schaden anderer ausgenutzt werden konnte.
Ein paar Frauen kehrten vom Frauenhaus auch
in ihr altes Leben zurück, doch in dem Wissen, dass sie
Dinge ändern können und dass ihnen mit dem Frauenhaus
immer ein Ausweg bleibt. In einem abschließenden Gespräch
wurde diesen Frauen Mittel und Wege gezeigt, ihre Situation
zu bessern und die Dinge in die Hand zu nehmen.
Die Entscheidung, mein Praktikum in Diepholz zu absolvieren
war sehr gut, denn hier hatte ich die Möglichkeit, in
einem kleinen Team zu arbeiten. In kürzester Zeit habe
ich eine große Breite von Erfahrungen in der sozialen
Arbeit mit Frauen und Kindern sammeln können, ohne zu
sehr in einem Arbeitsbereich behaftet zu sein.
Das Praktikum half mir auch, persönliche
Schwächen und Stärken zu erkennen. Für mein
weiteres Studium halte ich diese Erkenntnisse für sehr
wichtig.
Ich danke allen Mitarbeiterinnen des Frauenhauses, besonders
Doris Wieferich, der Leiterin des Frauenhauses, für das
entgegengebrachte Vertrauen. Und dafür, dass ich in alle
Bereiche der Arbeit im Frauenhaus hereinschnuppern konnte.
Die Arbeit im Team gefiel mir sehr gut, es wurde immer besprochen,
welche Schritte als nächstes zu tun sind. Jeder im Team
hatte durch den guten Informationsaustausch die Möglichkeit,
den betroffenen Frauen mit Kenntnis ihrer Vorgeschichte, in
angemessener Weise zu helfen. Die Mitarbeiterinnen waren auch
jederzeit in der Lage in verschiedenen Arbeitsbereichen zu
arbeiten, wenn die entsprechende Kollegin nicht anwesend war.
Sehr dankbar bin ich dem Team des Frauenhauses auch für
die Aufmerksamkeit die sie mir widmeten, und dass sie darauf
acht gegeben haben, dass es mir gut ging und mir halfen, die
neuen Erfahrungen und Einblicke gut zu verarbeiten.
Gerne möchte ich dem Frauenhaus und dem Team als Dank
etwas zurückgeben, vielleicht als Dolmetscherin für
Neapel oder Hindi. Sollte sich dazu eine Gelegenheit ergeben,
dann zögert nicht und lasst es mich wissen.
„Die Unwissenheit ist eine Situation,
die den Menschen so hermetisch abschließt, wie ein Gefängnis.“ Simone De Beauvoir
Praktikum
im Frauen- und Kinderschutzhaus von Kerstin Meyer
Hallo! Ich bin Kerstin Meyer, 25 Jahre alt und
studiere im 6. Semester Sozialpädagogik/Sozialarbeit
an der Katholischen Fachhochschule in Vechta. Im Rahmen des
Studiums leistete ich ein achtwöchiges Praktikum im Frauen-
und Kinderschutzhaus in Diepholz, von dem ich hier gerne ein
wenig berichten möchte.
Mein Interesse an der Arbeit in einem Schutzhaus wurde eigentlich
durch Erzählungen einer Dozentin geweckt, die selbst
in einem FKSH tätig ist. Ich konnte mir immer wenig unter
der Arbeit dort vorstellen und wurde immer neugieriger auf
dieses Arbeitsfeld.
Ich startete mein Praktikum am 11.02.2002 und
wurde gleich am ersten Tag mit zwei Neuaufnahmen konfrontiert.
Das heißt, es zogen gerade zwei Frauen mit ihren Kindern
ins Schutzhaus ein und ich konnte mitbekommen, was als erstes
geschieht, wenn eine neue Frau kommt.
Zunächst war ich etwas verunsichert, denn die Frauen
sind meistens sehr aufgewühlt und durcheinander. In Aufnahmegesprächen,
an denen ich nach Absprache mit den schutzsuchenden Frauen
teilnehmen konnte, stellte ich fest, dass sie schon etwas
ruhiger wurden - ebenso die Kinder.
Ein Aufnahmebogen wurde erstellt, die Karteikarte ausgefüllt
etc. – für mich war es sehr spannend, die einzelnen
Schritte nach einer Aufnahme zu beobachten und zu begleiten.
Natürlich war ich auch oft erschüttert über
die jeweiligen Schicksale der Frauen. Aber darum ging es nicht,
das merkte ich schnell. Ich versuchte, den Frauen zuzuhören,
ihre Sorgen ernst zu nehmen und kompetente Hilfe anzubieten.
Mein Ziel des Praktikums war das theoretische
und praktische Kennenlernen der Aufgaben und Arbeitsweisen
im FKSH. Ich stellte fest, dass das Aufgabengebiet sehr breit
gefächert ist in so einem großen Haus. Es gab eigentlich
immer etwas zu tun.
Mein Tätigkeitsfeld war hauptsächlich der Frauenbereich.
Die Frauen und auch die Mitarbeiterinnen brachten mit großes
Vertrauen entgegen. Ich denke, dass das gerade in so einem
Arbeitsfeld von großer Bedeutung ist. Die Frauen erzählten
von ihrer Misshandlungssituation und von ihren Ängsten.
Zusammen mit den Mitarbeiterinnen - und meiner Person - suchten
sie im Beratungsgespräch nach Lösungen und neuen
Zukunftsperspektiven.
Aber es war nicht immer nur bitterernst, wir haben oft genug
zusammen gelacht und auch viel Spaß gehabt. Besonders
mit den Kindern hatte ich viel Spaß, denn hin und wieder
beschäftigte ich mich auch mit ihnen, um die Mütter
zu entlasten.
Natürlich übernahm ich auch hauswirtschaftliche
Aufgaben, die in einem Schutzhaus genauso wichtig sind. Dazu
gehört z.B. Wäsche waschen, Vorbereiten der Zimmer,
Wäsche- und Bekleidungsausgabe. Und sogar in diesem Bereich
habe ich viel gelernt! (Danke an Gisela und Sabine :-))
Interessant waren für mich die verwaltungstechnischen
Aufgaben, wie z.B. Posteingänge und Postausgänge,
Telefondienst, Überweisungsaufträge, Karteiführung
und Aktenführung der Frauen. Besonders hier waren viele
Sachen neu für mich.
Bei all meinen Tätigkeiten im Schutzhaus
begleitete mich die Leiterin. Meine Fragen und ihre Aufmerksamkeit
zu bestimmten Arbeitsinhalten für die Betroffenen führten
immer zu einer wertvollen Reflexion meiner Tätigkeit
und hatte somit eine ständige Verbesserung meines Arbeitseinsatzes
zur Folge.
Am besten haben mir aber die Gespräche und Unternehmungen
mit den Frauen gefallen. Das machte auch die meiste Zeit meines
Praktikums aus. Ich half ihnen beim Ausfüllen von Anträgen
und begleitete sie zu verschiedenen Behörden, wie z.B.
zum Jugendamt, Sozialamt, Gericht etc.. Das waren für
mich sehr wichtige Erfahrungen, denn so lernte ich auch etwas
über die Arbeitsweisen in Ämtern und deren Zusammenarbeit
mit der Schutzeinrichtung kennen.
Ich könnte noch ewig so weiterschreiben,
denn erlebt habe ich viel in meinem Praktikum. Aber das würde
diese Seite sprengen, schätze ich. So hatte ich einen
kleinen Einblick in die Schutzhausarbeit und ein schönes
und lehrreiches Praktikum.
Praktikum
im Frauen- und Kinderschutzhaus von Diana Hölzinger
Hallo!
Mein Name ist Diana Hölzinger. Ich bin 23 Jahre alt und
studiere Erziehungswissenschaft im dritten Semester an der
Hochschule Vechta. Das Grundstudium beinhaltet wie das Hauptstudium
ein sechswöchiges Praktikum, welches ich im Frauen- und
Kinderschutzhaus Diepholz gemacht habe.
Die Idee, mich als Praktikantin im Frauen- und
Kinderschutzhaus zu bewerben, entstand, als ich durch Zufall
auf die Internetseite des Schutzhauses stieß. In einem
Gespräch mit der Leiterin erfuhr ich, was die Arbeit
in einem Schutzhaus alles beinhaltet und wie vielseitig sie
ist. Nach diesem Gespräch stand mein Entschluss fest,
mein Praktikum im Schutzhaus zu machen. Ich war gespannt auf
die sechs Wochen, die vor mir lagen.
Am 08.07.2002 war es dann soweit. Der erste
Tag begann für mich damit, die Frauen und Kinder kennen
zu lernen, die zu der Zeit im Frauen- und Kinderschutzhaus
wohnten und mich mit ihnen und dem Haus vertraut zu machen.
Nach und nach wurde ich in verschiedene Arbeiten eingewiesen,
wie zum Beispiel in den Telefondienst, wie Aufnahmen durchgeführt
werden, Notdienstpläne gemacht werden und vieles mehr.
In den sechs Wochen erfuhr ich viel über
die Erlebnisse der Frauen, die mir Vertrauen entgegenbrachten
und das Gespräch suchten.
Durch die Gespräche konnten sie sich mit
ihrer Situation auseinandersetzen. Mir war bewusst, wie wichtig
es war, gut zuzuhören und ihre Sorgen ernst zu nehmen.
Ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernt über
die Arbeitsweise im Schutzhaus und über den Trägerverein
der Einrichtung. Ganz neu war für mich, wie die Zusammenarbeit
mit verschiedenen Behörden abläuft. Ich begleitete
die Frauen zu Terminen beim Sozialamt, Jugendamt und Arbeitsamt
und erhielt so einen Einblick, welche Möglichkeiten der
Hilfen es für sie gibt. Bei finanziellen Problemen zum
Beispiel, inwieweit sie bei der Miete einer eigenen Wohnung
unterstützt werden können etc.
Besonders interessant war für mich, zu
lernen, wie man Aufnahmen durchführt und nach welchen
Kriterien man dabei vorgeht. Zuerst war ich etwas schockiert
über die Aufnahmekriterien, aber im Gespräch mit
der Leiterin wurde mir klar, dass dieses Schutzhaus, in dem
sich die Frauen selbst versorgen müssen, nur so funktionieren
kann. Dasselbe gilt für die Hausordnung. Nur wenn sich
jeder an gewisse Regln hält, ist es möglich, dass
so viele unterschiedliche Charaktere auf so engem Raum miteinander
leben können.
Dadurch, dass das Haus in den sechs Wochen nicht
voll belegt war, hatte ich die Möglichkeit, mich immer
wieder mit dem neuen Opferschutzgesetz zu beschäftigen.
Ich empfinde es als sehr wichtig, dass ein öffentliches
Interesse an der Prävention von häuslicher Gewalt
besteht und die Opfer mehr Unterstützung erfahren sollen.
Allerdings habe ich auch mitbekommen, dass dies noch viel
Arbeit erfordert und die Umsetzung des Gesetzes ganz am Anfang
steht.
Besonders schön fand ich die Ehemaligenfahrt
zur Landesgartenschau nach Bad Zwischenahn. Im Vorfeld stellte
ich eine Infomappe für die Teilnehmerinnen zusammen,
die dann während der Busfahrt herumgereicht wurde. Wir
hatten superschönes Wetter und die Atmosphäre war
gut. Sowohl die Frauen als auch die Kinder haben diesen Tag
sichtlich genossen.
Abschließend kann ich sagen, dass ich
wichtige Erfahrungen gemacht habe, die mein Leben bereichert
haben.
Entscheidend dafür, dass ich mich im Schutzhaus
so wohlgefühlt habe, waren das gute Arbeitsklima und
das gegenseitige Vertrauen. Alle Mitarbeiterinnen waren jederzeit
bereit, meine Fragen zu allen möglichen Themen zu beantworten
- Danke! Fasziniert hat mich auch das Geben und gleichzeitige
Bekommen in der Schutzhausarbeit. Zu spüren, dass ich
durch Aufmerksamkeit und "da-sein" für die
Frauen bzw. das Kind ein bisschen helfen konnte, war ein großes
Geschenk.